Newsletter Initiative Wissen

Ausgabe 7  |  Dezember 2015

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DER WEIHNACHTSSTERN VON ERITREA

Für viele Menschen ist die vorweihnachtliche Zeit der Moment, um das vergangene Jahr zu reflektieren, innezuhalten und sich auf die Dinge zu besinnen, die wesentlich sind. Die Geschichte um den Stern von Bethlehem ist für fast jeden von uns fester Bestandteil während der Weihnachtsfeiertage. Beschreibt sie doch eine Himmelserscheinung, die zum Geburtsort Jesu Christi geführt hat. Der Stern, den Sterndeuter aus dem Osten hatten aufgehen sehen, zog vor ihnen her bis zu dem Ort, wo das Kind war, dort blieb er stehen.

Ich möchte Sie heute mitnehmen in ein Land, das für viele von uns so weit weg scheint wie die Geschichte, die sich damals in Bethlehem zugetragen hat. Unsere Reise und unser Engagement führen Sie nach Eritrea und zu einer Mission, die für die Menschen dort bedeutsame Zeichen setzt.

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Initiative Wissen Weihnachtsgeschichte Eritrea (PDF)


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NOCH SCHNELL DIE WELT RETTEN

Warum ein Klima-Abkommen der erste Schritt ist. Und warum jede/-r gefragt ist, damit das Abkommen ein Erfolg wird.

Am Ende haben alle zugestimmt. Die Verhandlungen bei der Klimakonferenz in Paris haben die Erwartungen erfüllt und zum Ende der Konferenz wurde ein Abkommen vorgelegt, auf das sich alle 196 Teilnehmerstaaten einigen konnten. Dieses Abkommen soll den Rahmen setzen, die Erderwärmung bei 1,5 °C gegenüber der vorindustriellen Zeit zu stoppen.

Die Erwartungen an die Klimakonferenz in Paris waren hoch und der Wunsch nach einem verbindlichen Abkommen dringlich. Um diese Dringlichkeit deutlich zu machen, reisten zu Beginn der Konferenz 147 Staats- und Regierungschefs nach Paris an. Und am letzten Tag, als die Verhandlungen zu stoppen schienen, soll sich der Papst persönlich ins Gespräch eingeschaltet haben, um die Verhandlungen zum Erfolg zu bringen.

Worum geht es?

Der Klimawandel gefährdet die Grundlagen des menschlichen Lebens auf der Erde. Die Erderwärmung um maximal 2 Grad gegenüber der vorindustriellen Zeit zu begrenzen, ist das selbst gesteckte Ziel. Laut Wissenschaft ist dies der Schwellenwert, der uns erlaubt, die Auswirkungen des Klimawandels noch zu beherrschen. In Zahlen ausgedrückt, bedeutet das: Die CO2-Emissionen bis zum Jahr 2040 auf weltweit 1,5 Tonnen pro Kopf und Jahr zu reduzieren – von aktuell 10 Tonnen in unseren Breiten, 20 Tonnen in den USA und 5 Tonnen in China.

Wie soll das erreicht werden?

Die Beschlüsse umfassen viele Bereiche des gesellschaftlichen und politischen Lebens. Die CO2-Emissionen sollen drastisch gesenkt und zugleich die Abgasziele alle 5 Jahre verschärft werden. Gleichzeitig werden die Kosten gerecht verteilt. Nach dem Verursacherprinzip zulasten der alten Industriestaaten, die maßgeblich für den Klimawandel verantwortlich sind. Und zugunsten der armen Länder, die den größten Anteil der Folgen zu tragen haben. Gleichzeitig haben alle Länder die gleichen Berichterstattungspflichten, sodass der Prozess transparent gestaltet werden kann.

Reicht das aus?

Nein, nur eine technologische Lösung ist zu wenig. Die Politik setzt die Leitplanken für einen Prozess, in dem jedes Land, jede Gemeinde, jedes Unternehmen und jeder Einzelne aufgerufen wird, Gewohnheiten zu überdenken oder aufzugeben und neue Wege zu gehen – zur gemeinsamen Gestaltung unserer Zukunft und zum Nutzen für uns alle.

Dieses Thema geht uns alle an – auf dem Spiel steht die Gerechtigkeit zwischen Menschen und Generationen. Der Klimawandel kennt keine Grenzen und zeigt deutlich, dass alles mit allem verbunden ist. Isolierte Betrachtungen liefern keine Lösungen mehr, passende Wege werden wir nur in einer ganzheitlichen Betrachtung finden.

Wie kann das gehen?

Paris hat nicht nur ein Abkommen geliefert. Sondern auch gezeigt, dass es möglich ist, Parteien mit unterschiedlichen Blickwinkeln und Bedürfnissen an einen Tisch zu setzen und am Ende zum Wohle aller zu entscheiden. Möglich gemacht haben das einzelne Personen. Die gespürt haben, dass es notwendig ist, alle zu beteiligen, um ein tragfähiges Ergebnis zu erzielen. Die verstanden haben, dass „Ober sticht Unter“ für unsere Gesellschaft und ihre Herausforderungen keine Option mehr sein kann. Dass wir nur zusammen gewinnen oder alle viel verlieren können.

Jeder von uns kann entscheiden, ob wir unsere Zukunft in die Hand von wenigen legen oder ob wir unsere Zukunft selbst gestalten. Wir können fortfahren, darüber zu diskutieren, ob der Treibhauseffekt menschengemacht ist, und weiterhin auf Studien zählen, die diesen Effekt noch auf die letzte Nachkommastelle berechnen. Oder wir beginnen, unsere Entscheidungen zu überdenken und zu handeln. Wir haben viel zu verlieren: unsere Gemeinschaft, unser weitgehend friedliches Zusammenleben und den Zusammenhalt unserer Würde und Ehrlichkeit und letztendlich die Grundlage unseres Seins. Das alles riskieren wir zugunsten eines Lebensstils, der sich schon längst überholt und uns in manchen Belangen arm gemacht hat.

Ein Klima-Abkommen ist wichtig und richtig. Und gleichzeitig braucht die Politik Menschen, die glauben, dass andere Wege begehbar sind. Wenn genug Menschen etwas gestalten wollen, Alternativen fördern und ihre Politiker fordern, dann ist alles möglich.

Paris kann ein erster Schritt in diese Richtung sein.