Newsletter Initiative Wissen

Ausgabe 14  |  Mai 2016

IFAT 2016

IFAT 2016

Liebe Leserinnen und Leser,
liebe Partner der Initiative Wissen,

am 30.05.2016 öffnet die IFAT ihre Tore. Als Weltleitmesse für Umwelttechnologien präsentiert die IFAT in den Bereichen Wasser-, Abwasser-, Abfall- und Rohstoffwirtschaft Strategien und neue Lösungen, um Ressourcen in intelligenten Kreisläufen so einzusetzen, dass sie langfristig erhalten bleiben.

Eine Diskussionsrunde möchte ich Ihnen besonders ans Herz legen: Am Donnerstag, den 2. Juni findet von 10.15 bis 11.15 Uhr eine Podiumsdiskussion zum Thema „Wie attraktiv ist die Versorgungswirtschaft für die Nachwuchskräfte von morgen?“ auf dem Messestand der HTI-Gruppe in der Halle B6, Standnummer 351/450, statt. Die Teilnehmer der Podiumsdiskussion tauschen sich über die aktuellen Entwicklungen und Möglichkeiten aus und zeigen, wie attraktiv und gleichzeitig verantwortungsvoll eine Tätigkeit in der Versorgungswirtschaft sein kann. Das Messeprogramm steht Ihnen hier zum Download zur Verfügung.

Herzliche Grüße
Ihre Katrin Standl

Download:
HTI IFAT 2016 Programm (PDF)
HTI IFAT 2016 Antwortkarte (PDF)


Eine ganzheitliche Ökologie

EINE GANZHEITLICHE ÖKOLOGIE

Was ist da los?

Das Leben spielt gerade einen Ball nach dem anderen vor die Füße. Ich weiß gar nicht mehr, was ich mit denen alles machen soll. Vielleicht ist das wie die Angst des Schützen vorm Elfmeter. Wovon ich rede? Vom Spielplatz, auf dem sich gerade Menschen tummeln, die dort nichts zu suchen haben sollten.

Der isländische Präsident läuft vor laufender Kamera davon, um anschließend zurückzutreten und dann zu verkünden, er sei gar nicht zurückgetreten. Donald Trump wird im amerikanischen Radio vom Moderator dezent auf Folgendes hingewiesen: „Mr. Trump, wir sind hier nicht auf einem Spielplatz. Wir reden immer noch vom Amt des US-Präsidenten.“ Von Böhmermann möchte ich gar nicht sprechen. Ich will mir nicht weiter ausmalen, was als Nächstes kommt. Es könnte lustig sein – ist es aber nicht.

Wie Papst Franziskus sagt, sollten wir ganzheitliche Lösungen suchen, welche die Wechselwirkungen der Natursysteme untereinander und mit den Sozialsystemen berücksichtigen. Denn es gibt nicht zwei Krisen nebeneinander, eine der Umwelt und eine der Gesellschaft, sondern eine einzige und komplexe sozio-ökologische Krise.

Wie um Himmels willen soll das funktionieren, wenn an politischen Schlüsselstellen Menschen sitzen, die damit argumentieren: „Der hat aber angefangen.“ (Trump)? Ich wünsche mir an diesen „Schalt“-Stellen Personen, die sich selbst kennen und ehrlich damit umgehen, wie sie mit anderen und ihrer Umwelt in Beziehung treten. Und die nicht von Neid, Missgunst und Gier beherrscht werden.

Wie Papst Franziskus sagt, reden wir hier nicht von einer optionalen Haltung, sondern von einer grundlegenden Frage der Gerechtigkeit, da die Erde, die wir empfangen haben, auch jenen gehört, die erst noch kommen werden. Wie wollen wir etwas von Wert hinterlassen, wenn weitreichende Kreise unserer Gesellschaft immer noch überzeugt sind, dass ihr Stück vom Kuchen größer sein sollte als das der anderen? Wenn unser Misstrauen immer größer wird, je mehr wir besitzen?

Ich möchte diskutieren, was die Lebens- und Überlebensbedingungen einer Gesellschaft sind, und dabei die Ehrlichkeit besitzen, Modelle der Entwicklung, der Produktion und des Konsums in Zweifel zu ziehen. Und ich würde gerne wissen, wann wir in diesem Spiel den Stecker ziehen. Was brauchen wir denn noch, um zu sagen, dass es reicht. Dass die Zeit im Sandkasten jetzt vorbei ist. Dass es Zeit wird, erwachsen zu werden – damit unsere Kinder den Sandkasten wieder für sich haben.

Denn wie der Papst anmerkt, müssen wir uns bewusst werden, dass unsere eigene Würde auf dem Spiel steht. Und dass es daher „neben einer aufrichtigen Generationen übergreifenden Solidarität (...) die dringende moralische Notwendigkeit einer erneuerten Solidarität innerhalb einer Generation“ braucht.

Was das heißt? Dass es um Vertrauen, Wertschätzung und Respekt geht.

Und es gibt ihn, den Hoffnungsschimmer.

Dass Zusammenarbeit auf der Basis von Vertrauen funktioniert, hat im November der Klimagipfel von Paris bewiesen. „Laurent, Du hast einen super Job gemacht“, lautete die Schlagzeile am Tag nach dem Beschluss. Laurent Fabius, der damalige französische Außenminister, hat es geschafft, weit über 100 verschiedene Standpunkte anzuhören, die unterschiedlichen Parteien am Prozess zu beteiligen und denen, die blockierten, Aufgaben zuzuweisen, sodass der Beschluss am Ende ein Beschluss von allen geworden ist. Und ein Weg, der beweist, dass es möglich ist, aus vielen unterschiedlichen Standpunkten einen gemeinsamen zu machen.

So kann es gehen. Mehr davon ist eine echte Option.

Und ja, es ist wahr. Alfred Herrhausen war einmal der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank.

Nicola Knoch
Redaktionsteam Initiative Wissen