Newsletter Initiative Wissen

Ausgabe 15  |  Juni 2016

Unbeschwertheit

UNBESCHWERTHEIT

Können Sie sich noch an das Wort „UNBESCHWERTHEIT“ erinnern? Wie lange ist das schon her? Es gab eine Zeit, in der wir jeden Tag so genommen haben, wie er kam.

Unbeschwert: Man muss erst einmal den Staub von diesem Wort wischen, um wieder zu erkennen, was es bedeutet. Unbeschwert! Wie fühlt man sich dabei? Glücklich, froh, selig, entspannt, leicht, locker, unverkrampft, heiter, unbekümmert, ausgelassen, spielerisch, unbelastet, sorgenfrei? Oder wie die Engländer es beschreiben: easy-going, light-hearted oder untroubled?

Unbeschwertheit – vielleicht sollten dieses vergessene, lange nicht mehr erlebte Wort und dieser Zustand etwas sein, für das wir morgens aufstehen. Unsere anderen Tagesziele – das Lernziel, das Arbeitspensum und Dinge zu erledigen – einfach mal zurückstellen und einige Momente „unbeschwert“ sein. Vielleicht mal wieder sechs Jahre alt sein. Zu jener Zeit konnte ich mein ganzes Hab und Gut bequem in einer normalen Reisetasche unterbringen und die „unbeschwerten“ Momente gab es täglich gratis.

Unbeschwert: Frei von Sorgen, Kummer und Leid. Frei von Ängsten. Haben Sie auf die Frage „Wie geht es dir?“ schon einmal die Antwort erhalten: „Ach, ich fühle mich so herrlich unbeschwert.“?

Dann wird es Zeit, sich wieder frei zu machen von begrenzenden Perspektiven, limitierten Vorstellungen und armseligen Denkmodellen. Mit Freude am Dasein im Hier und im Jetzt ausruhen, den Moment festhalten – unbeschwert.

„Nur der mit Leichtigkeit, mit Freude und Lust die Welt sich zu erhalten weiß, der hält sie fest.“

Diese Worte schrieb Bettina von Arnim um 1750. Vielleicht war dies auch der Grund, ihrem Portrait auf dem Fünf-Mark-Schein einen gebührenden Platz einzuräumen.

Wie auch immer. Das Wissen ums Wissen ist wichtig und wertvoll. Doch dem Tag unbeschwert und mit Freude leicht zu begegnen, sprengt Dimensionen – auch Dimensionen des Wissens.

Peter Grabandt