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Ausgabe 30  |  Mai 2017

Interview mit Farid Michael Schöning zum Thema CSR

INTERVIEW MIT FARID MICHAEL SCHÖNING ZUM THEMA CSR

„Wir leisten täglich einen relevanten Beitrag zum Gesundheitsmanagement und den Nachhaltigkeitsstrategien unserer Kunden. Das beginnt bei der Auswahl der Zutaten und reicht über die gewissenhafte Zubereitung der Speisen in den Betriebsrestaurants bis hin zum Angebot gesunder, genussvoller Speisen für unsere Gäste. Unsere Mitarbeiter sind dabei Botschafter und Ideengeber, die diese Verantwortung Tag für Tag mit Leben füllen.“

Aramark über die Verantwortung entlang der gesamten Wertschöpfungskette


Farid Michael Schöning (49) ist regionaler Personalleiter der Region Südost bei Aramark Holdings GmbH & Co. KG. Man merkt ihm an, dass er mit Leidenschaft für die Philosophie von Aramark einsteht, aber sein Herz schlägt für eine hochprofessionelle Personalentwicklung und die innovative Küche – er nennt es: „das Leben mit Genuss bereichern“. Im Laufe des Gesprächs stellt sich heraus, dass der Begriff „Genuss“, auch in der Bewältigung der täglichen Routine der Mitarbeiter, eine Rolle spielt.

Aramark ist ein amerikanisches Unternehmen und das Thema CSR ist umfassend. Wo sehen Sie persönlich die Schwerpunkte in Ihrer täglichen Arbeit?

Um den Herausforderungen der Zukunft – denen, die die Kunden an uns stellen, und denen der Mitarbeiter – gerecht zu werden, müssen wir immer in Bewegung bleiben. Nicht nur in der Region Südost sind wir schon deshalb immer einen Schritt voraus, weil wir umfassende und spannende Förderprogramme für unsere Mitarbeiter in allen Verantwortungsbereichen entwickelt haben. Davon profitieren auch die Kunden. Nachwuchsprobleme oder Auswirkungen des demografischen Wandels spüren wir kaum.

Welche Merkmale machen die Bildungsprogramme von Aramark aus?

Es ist für meine Arbeit wesentlich, die Talente zu entdecken. Der nächste Schritt ist, das richtige Programm für den einzelnen zu finden, damit er/sie individuell gefördert werden kann. Es ist immer wieder ein Erlebnis, wenn einer unserer Köche seinen Raum für Kreativität nutzt und ihn „genussvoll“ umsetzt. Unter Berücksichtigung der Wirtschaftlichkeit werden Rezepte entwickelt, die nicht nur uns, sondern auch unsere Kunden begeistern. Auf diese Weise erfahren sie auch persönliche Wertschätzung.

Deutschlandweit begleiten wir das „Culinary College“ und das „The Beat to Lead“-Führungsfestival. Die Programme beziehen sich aber nicht nur auf unsere Köche. Jeder im Unternehmen, der einen Schritt weiter machen will, ist ein möglicher Kandidat.

Sie sagen gerade: jeder, der einen Schritt weiter machen „will“. Was meinen Sie, warum will nicht mehr jeder den nächsten Schritt machen? Welche sind die Hinderungsfaktoren?

Zum einen will keiner Fehler machen und manchen Menschen fehlt auch der Mut. Daher ist das Scouting für mich ein täglicher Bestandteil geworden. Beruflich, aber auch im privaten Umfeld habe ich immer ein waches Auge. Das sichert die Weiterentwicklung, aber macht in erster Linie unendlich viel Spaß!

Zum anderen nehmen wir bei Aramark auch den Wertewandel wahr, nicht nur in Führungspositionen, sondern in allen Tätigkeitsbereichen. Die Familie, das soziale Umfeld und Gesundheit sind unter anderem Faktoren, die eine große Rolle spielen, zum Beispiel beim Thema Mobilität. Nicht jeder wechselt in ein anderes Bundesland oder eine andere Stadt für einen interessanten Job oder ein höheres Gehalt. Vielen, die einen Wechsel ablehnen, wird unterstellt, dass sie im Umkehrschluss keinen guten Job mehr machen. Im Gegenteil, hier liegen auch unsere Chancen als Arbeitgeber. Wenn wir den Mitarbeitern das Umfeld bieten, das sie sich vorstellen, wechseln sie nicht in ein anderes Unternehmen. Heute ist ein Einzelbüro kein Anreiz mehr, sondern Homeoffice und freie Arbeitszeiten oder die Möglichkeit, sich am Arbeitsplatz gesund zu ernähren und Sport zu treiben. Das geht natürlich nicht in der Küche und im Service, aber an vielen anderen Arbeitsplätzen, die das Unternehmen ausmachen.

Die nationalen und regionalen Programme, die Sie beschrieben haben, sind sehr intensiv. Warum ist für Sie diese extreme Ausbildung der Mitarbeiter, für die Sie verantwortlich sind, so wichtig?

Die Geschwindigkeit in der Bildung hat sich erhöht, von der Grundschule bis hin zur Hochschule. Die jungen Leute haben einen Wissenshunger, den es zu stillen gilt. Sie wollen „am Ball bleiben“ und nutzen alle verfügbaren Mittel dazu. Es geht nicht nur um Rezepte, Zutaten, Kalkulationen und Wirtschaftlichkeit. Nein, die Frage ist, welchen Zusatznutzen wir unseren Mitarbeitern im Schulungsbereich bieten können. Wir bieten Fortbildungen in den verschiedensten Fachgebieten an. Jeder Mitarbeiter mit Personalverantwortung erhält ein Schulungsangebot zum Thema Arbeitsrecht. Aber wir beobachten auch den Markt, nehmen neue Konzepte, wie Kochen „Sous-vide“, die vegane Küche oder das „CO2-neutrale Restaurant“, mit ins Portfolio auf. Wieder profitiert nicht nur der Mitarbeiter, sondern auch der Kunde.

In München haben wir einen großen Kunden, der eigene Innovationstage veranstaltet. Die Ausschreibung für das Catering für diesen Tag birgt auch die Anforderung in sich, diesen Tag kreativ zu begleiten. Diese Ausschreibung haben wir mehrfach gewonnen und sind sehr stolz auf unser Team vor Ort. Die Grundlage für die Kreativität ist unser Motto. Es ist einfach und spricht jeden an: „das Leben mit Genuss bereichern“. Wer wünscht sich das nicht?

Unterm Strich: Wir bleiben innovativ und sind immer einen Schritt voraus. Wenn also die Mitarbeiter diese Erfahrungen bei uns im Unternehmen, an ihren Arbeitsplätzen, machen können, erhöht das unsere Attraktivität als Arbeitgeber und beeinflusst die Wechselfreudigkeit am Standort.

Inwiefern haben die neuen Medien auf Ihren Arbeitsprozess Einfluss genommen? Können Sie Beispiele für Veränderungen nennen?

Ich erwähnte bereits die Casting-Videos, das war früher überhaupt nicht vorstellbar. Aber es sind auch ganz einfache Bausteine, wie die Einladung zu einer Bewerbung per WhatsApp. Das hat viele Vorteile. Sie können sofort sehen, ob der Bewerber die Einladung erhalten hat, und er kann schnell und unkompliziert antworten. Fakt ist, die Printmedien sind out. Die Mund-zu-Mund-Propaganda von zufriedenen Mitarbeitern oder die Besuche in einschlägigen Fachschulen haben weit mehr Erfolgsaussichten.

Die Trainings haben sich auch verändert: Wir verzichten auf klassische PowerPoint-Präsentationen, stattdessen bilden wir Teams, die an runden Tischen sitzen und von einem Tischmoderator begleitet werden.

Für die Service-Mitarbeiter haben wir Rollenspiele entwickelt, auch hier verzichten wir weitgehend auf die Theorie. Praxisnahe Hilfe verändert die Qualität.

Sie selbst waren schon in anderen Bundesländern tätig. Wie geht es für Sie persönlich weiter?

Aramark ist ein hochattraktiver Arbeitgeber und ich bemühe mich, meinen Teil dazu beizutragen, dass das so bleibt.

Farid Michael Schöning sagt von sich, er sei angekommen.

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